Finnentrop. Der aus Schliprüthen stammende Kapuzinerpater Joachim Wrede hat sich in einem ausführlichen Schreiben kritisch zu den geplanten Windkraftanlagen im Naturpark Homert geäußert. In seinem Appell an die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Finnentrop warnt er vor gesundheitlichen, ökologischen und landschaftlichen Folgen eines möglichen Ausbaus.
Persönliche Erfahrungen mit Infraschall
Wrede schildert eigene Erlebnisse aus dem Jahr 2012, als er in Ostwestfalen in der Nähe mehrerer Windkraftanlagen lebte. Dort habe er unter anhaltenden Beschwerden gelitten, die er auf Infraschall zurückführt – Schallwellen unterhalb der Hörgrenze, die laut seiner Darstellung biologische Effekte auslösen können. Ein Naturwissenschaftler habe ihm damals bestätigt, dass manche Menschen besonders sensibel darauf reagieren.
Kritik an gesundheitlichen Risiken
Der Ordensmann verweist auf internationale Untersuchungen, die seiner Ansicht nach in Deutschland zu wenig Beachtung finden. Zwischen 10 und 30 Prozent der Bevölkerung könnten Infraschall als belastend empfinden, schreibt er. Zudem verweist er auf Regelungen im Arbeitsschutz, wonach schwangere Frauen nicht in Bereichen mit Infraschallemission arbeiten dürfen.
Sorge um Natur und Landschaft
Besonders kritisch sieht Wrede die Auswirkungen auf den Naturpark Homert. Das Gebiet sei eines der letzten großen zusammenhängenden Waldareale Nordrhein-Westfalens und Lebensraum seltener Arten wie Rotmilan, Schwarzstorch und verschiedener Fledermausarten. Die Errichtung großer Windkraftanlagen würde die Landschaft industrialisieren und den Charakter des Sauerlandes nachhaltig verändern, so seine Befürchtung.
Politische Rahmenbedingungen im Fokus
Der Kapuziner bemängelt zudem die aus seiner Sicht zu geringen Mindestabstände zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung in Nordrhein-Westfalen. Im Vergleich zu Bayern oder anderen Ländern seien die Regelungen deutlich weniger streng. Auch kritisiert er eine aus seiner Sicht starke Windkraftlobby, die Einwände von Bürgern und Verbänden übergehe.
Appell für eine langfristige Energiewende
Wrede betont, dass er die Abkehr von fossilen und atomaren Energieträgern grundsätzlich unterstützt. Die Energiewende brauche jedoch „einen langen Atem“ und dürfe nicht zu Lasten von Mensch und Natur gehen. Statt auf schnelle Lösungen zu setzen, fordert er eine grundsätzliche Debatte über den energieintensiven Lebensstil westlicher Gesellschaften.
Deutlicher Protest gegen die Ausbaupläne
Am Ende seines Schreibens ruft der Ordensmann die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich umfassend zu informieren und die Auswirkungen der geplanten Anlagen kritisch zu prüfen. Er spricht sich klar gegen den Bau von Windkraftanlagen im Naturpark Homert aus und sieht darin eine Gefährdung von Gesundheit, Natur und regionaler Identität.
Elefanten kommunizieren über weite Distanzen – besonders nachts
Forschungen in Namibia zeigen, dass Elefanten ihre tiefen Infraschall-Laute über bis zu zehn Kilometer hinweg austauschen. Am Tag wird der Schall durch warme, turbulente Luft gedämpft, doch nach Sonnenuntergang entsteht ein „Schallkanal“, der die Reichweite ihrer Rufe auf das Dreifache erhöht. Dadurch nehmen nächtliche „Ferngespräche“ deutlich zu. Die Tiere nutzen ein breites Frequenzspektrum, wobei besonders tiefe, für Menschen unhörbare Töne Informationen über Nahrung, Gefahren oder Paarungspartner übermitteln.
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